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Lexikon zum Trittschallschutz

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DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau – Anforderungen und Nachweise", 2016-07

Die DIN 4109 ist eine Norm, die bauaufsichtlich eingeführt wird. Daher hat sie baurechtlichen Charakter. In der DIN 4109 sind Anforderungen an den Schallschutz im Sinne des Gesundheitsschutzes des Menschen festgelegt. Die Norm regelt die Anforderungen und die Nachweisführung. Sie sind Grundlage für das Einreichen eines Bauantrages..

Aufgrund der festgelegten Anforderungen in DIN 4109 kann nicht erwartet werden, dass Geräusche von außen oder aus benachbarten Räumen nicht mehr wahrgenommen werden.

Die bauaufsichtlichen Anforderungen in der DIN 4109 dürfen auf keinen Fall unterschritten werden, auch wenn das vom Bauherrn gewünscht wäre. Die Anforderungen stellen aber nicht unbedingt die allgemein anerkannten Regeln der Technik dar. Diese sind teilweise strenger als die Anforderungen der DIN 4109.

Entwurf DIN EN 12354-2 "Bauakustik - Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften - Teil 2: Trittschalldämmung zwischen Räumen", Ausgabe 2016-03

Die DIN EN 12354-2 bietet ein Berechnungsmodell, das die konstruktiven Einflüsse bei der Trittschallübertragung deutlich detaillierter berücksichtigt als das Beiblatt zur DIN 4109. Beispielsweise wird die Schallübertragung über die Flanken genauer betrachtet und beurteilt.

Eine Änderung des Norm-Entwurf vom März 2016 gegenüber der bisherigen Fassung ist die Aufnahme eines Nachweisverfahrens speziell für Treppen.

DIN 7396 "Bauakustische Prüfungen - Prüfverfahren zur akustischen Kennzeichnung von Entkopplungselementen für Massivtreppen", 2016-06

Die DIN 7396 beschreibt ein Prüfverfahren, das speziell für die Prüfung der Trittschalldämmung von Treppen-Trittschallelementen bei Massivtreppen entwickelt wurde und ist damit die erste Prüfnorm, die ein einheitliches Prüfverfahren für Trittschalldämmelemente für Treppen festlegt. Der Prüfaufbau ist realitätsnah gewählt. Die Prüfungen erfolgen mit verschiedenen Laststufen.

Mit diesem Prüfverfahren werden die neuen Kenngrößen bestimmt, die für die Nachweisführung nach DIN EN ISO 12354-2 notwendig sind.

DIN EN ISO 717-2 "Akustik - Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen - Teil 2: Trittschalldämmung", 2013-06

Die DIN EN ISO 717-2 beschreibt ein Verfahren, mit welchen die in Abhängigkeit von der Frequenz vorliegenden Werte der Trittschalldämmung in eine Einzahlangabe umgewandelt werden können.

Bei einer Messung werden üblicherweise die Schalldämm-Maße in Terzschritten aufgezeichnet. Dabei wird ein Bereich von 50 Hz bis 5.000 Hz gemessen. Die Bewertung nach DIN EN ISO 717-2 erfolgt über den Frequenzbereich von 100 Hz bis 3.150 Hz. Mittels einer Bezugskurve, die im nachfolgendem Diagramm dargestellt ist, findet die Bewertung statt.

DIN_EN_ISO_717.jpg

Die Bezugskurve ist in Schritten von 1 dB in Richtung der gemessenen Kurve zu verschieben, bis die Summe der ungünstigen Abweichungen so groß wie möglich ist, jedoch nicht größer als 32,0 dB.

Der Wert, in Dezibel, der Bezugskurve bei 500 Hz nach deren Verschiebung entsprechend diesem Verfahren ist Ln,w, L'n,w oder L'nT,w. Dieser Wert wird auch als Einzahlwert bezeichnet, da mit einer Zahl anstatt einem Frequenzverlauf die akustische Eigenschaft beschrieben wird.

VDI 4100 "Schallschutz im Hochbau – Wohnungen, Beurteilung und Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz", Ausgabe 11/2012

Die VDI 4100 bietet die Möglichkeit einen Schallschutz zwischen Bauherrn und Planer zu definieren, der über die bauaufsichtlichen Anforderungen des Gesundheitsschutzes, wie in DIN 4109 definiert, hinausgeht.

Der Schallschutz kann in 3 verschiedenen Stufen vereinbart werden: Schallschutzstufe I bis Schallschutzstufe III. Mit den in dieser Richtlinie beschriebenen Schallschutzstufen als Gesamtbewertungskriterium sollen dem Anwender einfache Entscheidungshilfen gegeben werden, mit deren Hilfe er den gewünschten, in Teilbereichen (z. B. Luftschallschutz, Trittschallschutz, Geräusche aus gebäudetechnischen Anlagen) aufeinander abgestimmten Schallschutz erreichen kann.

Die Anforderung an den Trittschallschutz, nach VDI 4100, Ausgabe 2012 werden durch den Standard-Trittschallpegel LnT,w definiert, der beim Nachweis auch das Raumvolumen des schutzbedürftigen Raums berücksichtigt. Der Norm-Trittschallpegel L'n,w berücksichtigt das Raumvolumen des schutzbedürftigen Raums nicht. Daher muss dieser Nachweis ergänzend zum Nachweis nach DIN 4109 geführt werden.

VDI 4100 "Schallschutz von Wohnungen – Kriterien für Planung und Beurteilung", Ausgabe 08/ 2007

Die Vorgängerausgabe der VDI 4100 definiert den erhöhten Schallschutz mit dem Norm-Trittschallpegel L'n,w. Diese Anforderungen sind somit direkt mit den Anforderungen nach DIN 4109 vergleichbar. Um die zusätzliche Nachweisführung des Standard-Trittschallpegels LnT,w zu vermeiden, greifen Planer häufig auf diese Ausgabe zurück.

DEGA Memorandum DEGA BR 0101 "Die allgemein anerkannten Regeln der Technik in der Bauakustik", Ausgabe 03/2011

Das DEGA Memorandum wurde vom Fachausschuss für Bau-und Raumakustik der Deutschen Gesellschaft von Akustik erstellt. Das Memorandum beschreibt die Anforderungen in Hinsicht auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik.

DEGA-Empfehlung 103 "Schallschutz im Wohnungsbau – Schallschutzausweis", Ausgabe 03/2009

"Die DEGA hat im März 2009 die DEGA-Empfehlung 103 "Schallschutz im Wohnungsbau - Schallschutzausweis" veröffentlicht.

Sie wurde vom Fachausschuss Bau- und Raumakustik erarbeitet, in dem die meisten deutschen Experten des baulichen Schallschutzes organisiert sind. Die DEGA hat sich der Frage des baulichen Schallschutzes angenommen und ein neues, mehrstufiges, auch für den Laien transparenteres Konzept entwickelt.

Die beiden wesentlichen Zielsetzungen der DEGA-Empfehlung 103 sind:
Schaffung eines mehrstufigen Systems zur differenzierten Planung und Kennzeichnung des baulichen Schallschutzes zwischen Raumsituationen unabhängig von der Art des Gebäudes, Entwicklung eines Punktesystems auf dieser Basis zur einfachen Kennzeichnung des Schallschutzes von ganzen Wohneinheiten oder Gebäuden."

Bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w

Einzahlangabe, die mit Hilfe der Bezugskurve nach ISO 717-2 ermittelt wird. Die Bewertung bezieht sich auf einen Frequenzbereich von 100 Hz bis 3150 Hz. Der bewertete Trittschallpegel Ln,w kennzeichnet die Trittschalldämmung in Gebäuden ohne Berücksichtigung der Flankenübertragung.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel mit Flankenübertragung L’n,w

Einzahlangabe, die mit Hilfe der Bezugskurve nach ISO 717-2 ermittelt wird. Die Bewertung bezieht sich auf einen Frequenzbereich von 100 Hz bis 3150 Hz. Der bewertete Trittschallpegel L'n,w kennzeichnet die Trittschalldämmung in Gebäuden unter Berücksichtigung aller in Frage kommenden Schallübertragungswege.

Der bewertete Norm-Trittschallpegel beschreibt den Trittschallpegel, der sich bei einer Normmessung im schutzbedürftigen Raum einstellt. Bei der Normmessung wird das Norm-Trittschallhammerwerk auf die Decke oder die Treppe gestellt und der Schallpegel wird im schutzbedürftigen Raum gemessen.

Bewerteter Standard-Trittschallpegel LnT,w

Ein in Wohngebäuden auf eine Nachhallzeit von T0 = 0,5 s normierter Schallpegel.

Er berechnet sich aus dem Norm-Trittschallpegel L'n,w und aus dem Volumen des Empfangsraums (schutzbedürftiger Raum) VE nach folgender Formel:

L'nT,w = L'n,w – 10 · lg(0,032 · VE) (dB)

Dabei ist
Ln,w bewerteter Norm-Schalldruckpegel in dB
VE Volumen des Empfangsraums in m³

Flächenbezogene Masse m‘

Die flächenbezogene Masse m' ist der Faktor aus Rohdichte eines Bauteils und Dicke des Bauteils. Beispielsweise hat eine 200 mm dicke Stahlbetondecke eine flächenbezogenen Masse m' = 2300 kg/m³ x 0,2 m = 460 kg/m²

Grundsätzlich gilt: je höher die flächenbezogene Masse desto besser der Trittschallschutz

Nachhallzeit T

Zeit, die erforderlich wäre, damit der Schalldruckpegel in einem Raum um 60 dB abnimmt, nachdem die Schallquelle abgeschaltet wurde.

Treppen-Trittschallpegeldifferenz ΔLw*

Beschreibt die trittschalldämmende Wirkung des Trittschalldämmelements. ΔLw* wird bestimmt nach DIN 7396.

Treppen-Trittschallpegelminderung ΔLw,Podest/ ΔLw,Lauf

Beschreibt die trittschalldämmende Wirkung des Treppenlauf/-podest mit Trittschalldämmelement. Bei dieser Größe wird die Stoßstelle des Podests zur Wand bzw. die Stoßstelle Lauf zu Podest berücksichtigt.

ΔLw,Podest/ ΔLw,Lauf werden bestimmt nach DIN 7396.

Sicherheitsbeiwert uprog nach DIN 4109

Der Sicherheitsbeiwert uprog nach DIN 4109 berücksichtigt die Ungenauigkeit der Prognose. Er kann vereinfacht oder detailliert ermittelt werden.

Für bauaufsichtliche Nachweise müssen die vereinfachten Werte berücksichtigt werden, wenn nicht andere Regelungen in bauaufsichtlichen Bestimmungen bestehen.

Für den Trittschallschutz bei Treppen wird ein Sicherheitsbeiwert uprog = 3 dB angesetzt.

Der detaillierte Sicherheitsbeiwert liegt nur für wenige Bauteile vor. Er berücksichtigt neben der Reproduzierbarkeit der Werte im Prüfstand auch Prüfergebnisse auf Baustellen. Für Treppen liegen aktuell keine Werte vor.

Für den Nachweis außerhalb der bauaufsichtlichen Bestimmungen, das heißt also für den Nachweis der privatrechtlichen Anforderungen, kann der Sicherheitsbeiwert um den Faktor k erweitert werden. Es gilt:

L'n,w + k · uprog ≤ zul. L'n,w (dB)

Damit können erweiterte Unsicherheiten der Prognose an die individuelle Begebenheiten angepasst werden.