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Was braucht es zum Passivhaus?

Der geforderte niedrige Energieverbrauch kann nur erreicht werden indem besonders viel Aufmerksamkeit auf die Detailausführung gelegt wird. Dabei muss besonders auf die Luftdichtigkeit und die Ausführung von Wärmebrücken geachtet werden. Auch eine möglichst kompakte Bauweise reduziert die Hüllfläche und damit auch deren Wärmeverluste.
Durch solch eine energiesparende Bauweise ist der Energiebedarf eines Passivhauses gering. Die energetischen Gewinne in einem Passivhaus werden durch große Fensterflächen, interne Gewinne wie elektrische Geräte, die Bewohner und eine kleine Zusatzheizung verursacht. Um den sommerlichen Wärmeschutz gewährleisten zu können müssen ausreichend Verschattungsmöglichkeiten für die Fensterflächen eingeplant werden. Damit kann zu jeder Zeit ein behagliches Raumklima gewährleistet werden.

In den an folgenden sechs Punkten sind die wichtigsten Eigenschaften eines Passivhauses ausführlich zusammengefasst:

Kompakte Bauweise

Jedes Gebäude verliert während der Heizperiode Wärme. Diese Verluste steigen proportional zur Umhüllungsfläche an. Deshalb wird ein möglichst gutes Verhältnis zwischen der Umhüllungsfläche A und dem umbauten Volumen V (A/V-Verhältnis) angestrebt. Abweichungen von dieser kompakten Bauweise (z.B. Erker, Loggia oder Durchgänge) führen zu einem schlechteren A/V-Verhältnis und erhöhen die Kosten für die Wärmedämmung die quasi als Kompensation realisiert werden muss. Anzustreben ist ein A/V Verhältnis  kleiner als 0,6. Bei Einfamilienhäusern ist es aufgrund des schlechteren A/V-Verhältnisses schwieriger den Passivhausstandard zu realisieren als bei Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser.

Südorientierung des Gebäudes

Eine Südausrichtung der Hauptfassade ist beim Passivhaus zwingend notwendig, da nur auf diese Weise auch in den Wintermonaten solare Gewinne erzielt werden können. Abweichungen von der exakten Südausrichtung bis zu einen Winkel von 20 Grad wirken sich durch reduzierte Energiegewinne von bis zu 5% aus. Bei größeren Abweichungen sinken die Energiegewinne drastisch.

Verschattungsfreiheit und Überhitzungsschutz

Die Südfassade sollte prinzipiell verschattungsfrei sein. Auch hier gilt das besondere Augenmerk den Wintermonaten. Laubgehölze, die nur im Sommer einen Teil der Südfassade verschatten, können dagegen helfen, Überhitzungen zu vermeiden. Der Überhitzungsschutz muß in jedem Fall mitbedacht werden. Passivhäuser haben dabei den Vorteil, dass die Fensterfläche in der West- und Ostfassade kleiner ist, was die Gefahr der Überhitzung durch die tief stehenden Sonne stark verringert. Zu einem Baugebiet, in dem Passivhäuser errichtet werden, gehört in jedem Fall ein Verschattungsplan.

Vermeidung von Wärmebrücken

Als Wärmebrücken bezeichnet man örtlich begrenzte Bereiche von Außenbauteilen, durch die in der Heizperiode mehr Wärme abfließt als durch eine ungestörte Fläche. Ausführliche Erklärungen rund um das Thema Wärmebrücke finden Sie auch auf dem Schöck-Wärmebrückenportal.

Unterschieden werden drei Arten von Wärmebrücken:

Häufig kommen Kombinationen der o.g. Wärmebrücken vor.

Passivhäuser stellen aufgrund der Möglichkeit auf ein separates Heizsystem zu verzichten, hohe Anforderungen an die Qualität der verwendeten Bauteile. Eine möglichst wärmebrückenfreie Ausführung der thermischen Hülle ist hierbei von hoher Wichtigkeit um den niedrigen Heizwärmebedarf eines Passivhauses zu erreichen. Eine Wärmebrückenfreiheit aller Details ist jedoch aus statischen, nutzerbedingten bzw. architektonischen Gründen nicht immer möglich. In diesen Fällen ist es geboten, die Wärmebrücken so weit wie möglich zu reduzieren. Dafür bietet das Passivhaus Institut zwei Zertifizierungskategorien an nach denen die passivhausgeeigneten Produkte und Lösungen kategorisiert werden: die „Zertifizierte Passivhaus Komponente" definiert die höchsten Anforderungen an eine Wärmebrücke und mit der „Energiespar-Komponente" können wärmebrückenarme Konstruktionen ausgeführt werden.

Arten und Gefahren von Wärmebrücken

Hocheffiziente Wärmedämmung

An die Wärmedämmung werden beim Passivhaus sehr hohe Anforderungen gestellt. Sie liegen deutlich über den heutigen Mindestanforderungen. Ein probates Maß für die Dämmung bildet der sogenannte U-Wert.

Für die einzelnen Bauteile werden folgende U-Werte empfohlen

Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Das Prinzip einer kontrollierten Lüftung ist das verbrauchte Luft ständig aus den belasteten Räumen abgezogen wird während frische Luft zugeführt wird. Hierfür ist eine hochwertige Lüftungstechnik, wie eine hocheffiziente Wärmerückgewinnungsanlage zwingend erforderliche. Durch diese wird der Abluft die Wärme entzogen und in die Zuluft überführt. Darauf aufbauend ist eine kleine Heizung einzuplanen, für den Fall das die internen und externen Gewinne nicht ausreichen.

Weiterführende Informationen zur Thematik Lüftungstechnik