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Empfohlene U-Werte

Außenwände ( U < 0,15 W/m2K)

Um diesen Wert zu erreichen, muß z.B. beim Einsatz eines Mauerwerks mit  Wärmedämmverbundsystem die Dämmstärke > 26 cm betragen. Hierdurch gelingt es, bei einer Außentemperatur von -10° C und einer Innentemperatur von 20° C die Oberflächen der Innenwände bei 19,5° C zu halten. Aufgrund dieser enormen Dämmwirkung wird eine Tauwasserbildung ausgeschlossen, der Wohnkomfort wird erheblich angehoben. Passivhäuser müssen jedoch nicht in Massivbauweise errichtet werden. Der Passivhausstandard kann auch mit speziellen Wand-Konstruktionen erreicht werden, die sowohl massive Anteile, als auch Holzelemente enthalten (z.B. Massivwand mit Außendämmung und Putzfassade auf Stegträger-Tragkonstruktion). Darüber hinaus ist auch eine Holzleichtbauweise möglich (z.B. zweischalige Leichtwand in Holz-Rippenbauweise). Diese zeichnet sich durch gute Möglichkeiten der Wärmedämmung bei vergleichsweise geringen Wandstärken aus. Die tragende Funktion wird durch Holzständer übernommen. Eine reine Holzbauweise ist für ein Passivhaus jedoch ungeeignet, da zur Wärmespeicherung massive Elemente benötigt werden. Möglich ist aber eine Mischbauweise mit einer Holzleichtbaufassade.

Fenster und Türen ( U <0,8 W/ m2K)

 Um dem Passivhausstandard zu genügen, müssen die Fenster Dreischeibenwärmeschutzverglasungen, sogenannte „Superverglasungen“ besitzen. Die Scheibenzwischenräume sind mit Krypton gefüllt. Die Entwicklungsforschung bei Superverglasungen ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Auch hochgedämmte Rahmenkonstruktionen werden ständig weiterentwickelt, v.a. um eine weitere Minimierung von Wärmebrücken zu erreichen. Auf eine konventionelle Heizungsanlage kann beim Passivhaus erst durch den Einsatz von Superverglasungen verzichtet werden: Bei diesen Verglasungen wiegen die passivsolaren Gewinne der Südfenster die Wärmeverluste auf. Ein Verglasungsanteil von ca. 50% an der Südfassade ist aus energetischen Gründen anzustreben. Die Scheibenoberflächentemperaturen liegen, bei einer Außentemperatur von -10° C und einer Innentemperatur von 20° C, dann bei 15° C. Hierdurch wird die Ausbildung einer sogenannten „Konvektionswalze“ (spürbar als Zugluft, die durch unterschiedliche Temperaturen im Innenraum und auf der Fensteroberfläche entsteht) unterbunden. Die Installation von Heizkörpern an der Fensterfassade zum Ausgleich dieser Luftbewegungen entfällt. Eine behagliche Temperatur wird somit auch ohne Heizung erreicht. Die Eingangstür sollte windgeschützt angelegt werden. Ein Windfang senkt die Lüftungswärmeverluste.

Dach ( U < 0,1 W/m2K)

Der U-Wert wird beim Dach durch eine ca. 40 cm dicke Dämmschicht erreicht. Für Dachkonstruktionen bieten sich holzsparende Leichtbauträger an (z.B. in Form von Stegoder Boxträgern). Der Dämmstoff kann hierbei relativ kostengünstig in die Zwischenräume eingebracht werden, so dass eine zusätzliche Auf- oder Unter- Sparren- dämmung entfällt. Wie bei allen Komponenten ist natürlich auch hier eine hochqualifizierte Planung und Konzeption sowie sorgfältige Ausführung notwendig. Ein Pultdach besitzt gegenüber einem Satteldach den Vorteil einer niedrigeren Schattenwurflinie. Der Bau eines Gründachs verbessert zusätzlich das Stadtklima.

Kellerdecke ( U < 0,18 W/m2K)

Eine 20 cm dicke Dämmschicht ist notwendig, um diesen U-Wert bei der Kellerdecke zu erreichen. Ferner muß ein erhöhter konstruktiver und technischer Aufwand getrieben werden, um die Ausbildung von Wärmebrücken von den Wohnräumen in die kälteren, nicht isolierten Kellerräume zu verhindern.