suchen

Prüfverfahren für Trittschalldämmelemente

BIL_Kapitel_Kennwerte_Trittschallportal_16z9_FHD.jpg

Die DIN 7396 beschreibt das Messverfahren zur "Bestimmung der akustischen Eigenschaften von Trittschalldämmelementen bei massiven Treppen". Sie ist in Europa die erste Norm, die ein Messverfahren für Trittschalldämmelemente definiert und eine Vergleichbarkeit von Produkten ermöglicht. Die Prüfungen erfolgen mit bauüblichen Auflasten und Treppengeometrien. Zudem werden ganze Treppenläufe und Podeste geprüft, sodass die Schallübertragung über die tragende Elemente aber auch über die Fugen berücksichtigt werden. Damit wird das System ‚Treppe‘ geprüft und ist mit der Einbausituation im Gebäude vergleichbar. In dem System wird auch die Übertragung über die Fugenplatten berücksichtigt. Wird dies bei der Prüfung vergessen, kann dies im Gebäude eine hörbare Verschlechterung bewirken.

Pru_faufbau_1.jpg

Links: Prüfaufbau nach DIN 7396 mit Tronsole® Typ Z und Typ L für Podestmessung
Rechts: Prüfaufbau nach DIN 7396 mit Tronsole® Typ F und Typ L für Laufmessung

Im Verfahren nach DIN 7396 werden pro Trittschalldämmelement drei Kennwerte bestimmt:

  • Podest- oder Lauf- Trittschallpegeldifferenz ΔL*Podest oder ΔL*Lauf
  • Podest- oder Lauf-Trittschallpegelminderung ΔLPodest oder ΔLLauf
  • Bewerteter Norm-Trittschallpegel im angrenzenden Empfangsraum Ln,w

Die Trittschalldämmung wird mit verschiedenen Lastfällen bestimmt, da das schalldämmende Elastomerlager unter Last seine akustische Eigenschaft ändert.

Podest- oder Lauf-Trittschallpegeldifferenz ΔL*Podest oder ΔL*Lauf nach DIN 7396

Die Podest- oder  Lauf-Trittschallpegeldifferenz ΔL*Podest oder  ΔL*Lauf beschreibt die Trittschalldämmwirkung des Elements und ist damit als bewerteter Einzahlwert eine Produktkenngröße und dient damit dem akustischen Vergleich von Produkten.

Sie wird ermittelt, indem einmal der Prüfaufbau mit einem starren Anschluss und einmal mit einem akustisch gelagerten Anschluss geprüft wird.

Pruefaufbau_2.jpg

Zur Bestimmung der Podest-Trittschallpegeldifferenz ΔL*Podest werden die beiden Norm-Trittschallpegel Ln0,Podest und  Ln,Podest  terzweise voneinander subtrahiert. Gleiches gilt auch für die Lauf-Trittschallpegeldifferenz ΔL*Lauf.

Podest-Trittschallpegeldifferenz

ΔL*Podest = Ln0,Podest - Ln,Podest

ΔL*Podest : Podest-Trittschallpegeldifferenz, in Dezibel

Ln0,Podest : Norm-Podest-Trittschallpegel des Referenztreppenpodestes bei starrem Einbau, in Dezibel

Ln,Podest : Norm-Podest-Trittschallpegel des Referenztreppenpodestes mit der zu prüfenden Entkopplung, in Dezibel

 

Lauf-Trittschallpegeldifferenz

Pruefaufbau_2.jpg

ΔL*Lauf = Ln0,Lauf - Ln,Lauf

ΔL*Lauf : Podest-Trittschallpegeldifferenz, in Dezibel

Ln0,Lauf : Norm-Lauf-Trittschallpegel des Referenztreppenlaufs bei starrem Einbau, in Dezibel

Ln,Lauf : Norm-Lauf-Trittschallpegel des Referenztreppenlaufs mit der zu prüfenden Entkopplung, in Dezibel

Die resultierenden Trittschallpegeldifferenzen werden daraufhin nach DIN EN 717-2 „Akustik – Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen – Teil 2: Trittschalldämmung“ bestimmt. Diese Produktkenngrößen sind für das Nachweisverfahren nicht geeignet.

Trittschallpegeldifferenz ΔL*n,w als Produktkenngröße

Zur einfachen Vergleichbarkeit von Produkten gibt es eine weitere Produktkenngröße, bei der die Einzahlwerte aus den Messungen nach DIN 7396 voneinander subtrahiert werden können. Dies ermöglicht eine Differenzbildung mit Einzahlwerten und ohne Anwendung des Bezugsdeckenverfahrens.

Trittschallpegeldifferenz ΔL*n,w

ΔL*n,w = Ln0,w,Podest - Ln,w.Podest

ΔL*n,w = Ln0,w,Lauf - Ln,w,Lauf

ΔL*n,w : Trittschallpegeldifferenz des Trittschalldämmelements (Produktkenngröße)

Ln0,w,Podest : bewerteter Norm-Trittschallpegel des Referenztreppenpodestes bei starrem Einbau, in Dezibel

Ln,w,Podest : bewerteter Norm-Trittschallpegel des Referenztreppenpodestes mit der zu prüfenden Entkopplung, in Dezibel

Ln0,w,Lauf : bewerteter Norm-Trittschallpegel des Referenztreppenlaufs bei starrem Einbau, in Dezibel

Ln,w,Lauf : bewerteter Norm-Trittschallpegel des Referenztreppenlaufs mit der zu prüfenden Entkopplung, in Dezibel

Die bewerteten Norm-Trittschallpegel werden nach DIN EN ISO 717-2:2013-06 aus den Norm-Trittschallpegeln nach DIN 7396 bestimmt.

Podest- oder Lauf-Trittschallpegelminderung ΔLPodest oder ΔLLauf nach DIN 7396 für die Nachweisführung nach E DIN EN ISO 12354-2

Die Trittschallpegelminderung ist die Schalldämmung die durch das Bauteil Podest oder Lauf inklusive Trittschalldämmelement unter Berücksichtigung der Stoßstelle Lauf-Podest oder Podest-Wand erreicht wird. Die Trittschallpegelminderung dient als Eingangsgrößen für die Nachweisführung nach E DIN EN ISO 12354-2.

 

Podest-Trittschallpegelminderung ΔLPodest:

Pruefaufbau_3.jpg

Die Podest-Trittschallpegelminderung ΔLPodest wird nach DIN 7396 bestimmt, indem der Norm-Wand-Trittschallpegel Ln0,Wand  der Referenzwand geprüft wird und der Norm-Podest-Trittschallpegel des entkoppelten Referenztreppenpodestes Ln,Podest  . Anschließend werden die beiden Größen frequenzabhängig voneinander subtrahiert.

ΔLPodest = Ln0,Wand - Ln,Podest

ΔLPodest : Podest-Trittschallpegelminderung, in Dezibel

Ln0,Wand : Norm-Wand-Trittschallpegel der Referenzwand, in Dezibel

Ln,Podest : Norm-Podest-Trittschallpegel des entkoppelten Referenztreppenpodestes, in Dezibel

 

Lauf-Trittschallpegelminderung ΔLLauf:

Pru_faufbau_4.jpg

Die Lauf-Trittschallpegelminderung ΔLLauf wird nach DIN 7396 bestimmt, indem einmal der Norm-Podest-Trittschallpegel des starr angeschlossenen Referenzpodestes Ln0,Podest  geprüft wird und danach der Norm-Lauf-Trittschallpegel des entkoppelt gelagerten Referenztreppenlaufs Ln,Lauf . Die Werte werden ebenfalls terzweise voneinander subtrahiert.

ΔLLauf = Ln0,Podest - Ln,Lauf

ΔLLauf : Lauf-Trittschallpegelminderung, in Dezibel

Ln0,Podest : Norm-Podest-Trittschallpegel des starr in der Referenzwand einbetonierten Referenztreppenpodestes, in Dezibel

Ln,Lauf : Norm-Lauf-Trittschallpegel des entkoppelten Referenztreppenpodestes, in Dezibel

Die Podest-Trittschallpegelminderung und die Lauf-Trittschallpegelminderung nach DIN 7396 werden für die detaillierte Nachweisführung nach E DIN EN ISO 12354-2 verwendet.

Für das vereinfachte Verfahren nach E DIN EN ISO 12354-2 wird die bewertete Podest-Trittschallminderung ΔLw,Podest und die bewertete Lauf-Trittschallpegelminderung ΔLw,Lauf benötigt, welche ebenfalls nach DIN EN ISO 717-2 bestimmt werden. Diese Kenngrößen dienen als Eingangsgrößen für die Nachweisführung für das vereinfachte Verfahren nach E DIN EN ISO 12354-2.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w für die pauschale Nachweisführung nach DIN 4109

Für die pauschale Nachweisführung nach DIN 4109 Teil 2 wird der bewertete Norm-Trittschallpegel Ln,w nach DIN 7396 verwendet. Der bewertete Norm-Trittschallpegel Ln,w  wird im Empfangsraum des Prüfstandes gemessen. Dieser ergibt sich aus einer bauüblichen und repräsentativen Treppengeometrie nach DIN 7396 und unter Bauüblichen Lasten.

Pru_faufbau_5.jpg

Des Weiteren wird das System „Treppe“ geprüft, sodass die Übertragung über die Fugen ebenfalls berücksichtigt wird. Daher können die gemessenen Werte gemäß DIN 4109 Teil 2 auf der sicheren Seite liegend auf die Situation im Neubau übertragen werden.

Kennwerte Schöck Tronsole®

Die bewertete Podest- oder Lauf-Trittschallpegeldifferenz ΔL*w,Podest oder ΔL*w,Lauf und der bewertete Norm-Trittschalpegel Ln,w sind unteranderem bei maximal zulässiger Eigenlast des angeschlossenen Treppenbauteils geprüft worden und stellen somit Werte auf der sicheren Seite dar.

In der folgenden Tabelle sind die Prüfstandswerte nach DIN 7396 für die verschiedenen Schöck Tronsole® Typen aufgelistet:

BIL_Trittschallportal_DE_Kapitel_4__Prüfverfahren_Trittschalldämmelemente Tab 1_170396_16z9_FHD.jpg

Die Kennwerte sind nur gültig, wenn die Tronsole® im System, d.h. in Kombination mit den Fugenplatten Schöck Tronsole® Typ L,  eingebaut wird. Werden andere Materialien zum Verschließen der Fuge zwischen Treppenlauf und Wand oder zwischen Podest und Wand verwendet, ist das eingebaute System nicht mehr geprüft und es kann keine Aussage zum erreichbaren Schallschutz getroffen werden. Die Ausbildung einer Luftfuge dagegen ist möglich, wenn sie ausreichend groß ist, so dass sich weder durch Schmutz noch durch Putz Schallbrücken bilden können.