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Sporthalle mit auskragendem Sonnenschutz

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Turnhalle ohne Wärmebrücken in der Stahlfassade

Eine moderne Sporthalle steht jetzt Vereinen und Schulen in Langenau im Alb-Donau-Kreis zur Verfügung. Auskragende Stahlkonstruktionen sorgen dabei für ein angenehmes Hallenklima, da sie ausreichend Sonnenschutz gewährleisten. Die Stahlauskragungen wurden mit dem „Schöck Isokorb KST“ an die Fassade angeschlossen. Die damit erreichte thermische Trennung der Bauteile reduziert Wärmedurchgänge an den Anschlüssen und minimiert somit die Gefahr von Wärmebrücken.

„Auf dem Grundstück der Albecker-Tor-Schule in Langenau gab es eine 30 Jahre alte Sporthalle in kleinerem Format. Wir bekamen von dem Bauträger die Aufgabe, eine Dreifachturnhalle zu planen“, erläutert Architekt Heinz-Peter Ebert (Architekten Graf + Völk). Der Ende 2008 fertig gestellte Neubau hat die Ausmaße von circa 46 mal 25 Meter und umfasst zusätzlich Sozialräume. Die Halle kann mit Trennvorhängen in drei Bereiche aufgeteilt werden. Sie wurde als Stahlkonstruktion ausgeführt, in die eine hölzerne Besuchertribüne für 150 Besucher eingeschoben ist.

Wichtiger Punkt der Gestaltung waren die Auskragungen im Dachbereich, die mit ihrem Maß von circa 1,50 Meter in erster Linie dem Sonnenschutz dienen und damit einem Aufheizen der Halle in warmen Zeiten entgegen wirken. Die Bemaßung der Auskragung ließ sich nach den zu erwartenden Sonnenständen definieren, da die Halle ein Pultdach hat, das auf der Nord- und Südseite überspringt. Auf der West- und auf der Ostseite wurde aus architektonischen Gründen eine weitere Auskragung etwas tiefer angebracht.

Wärmebrückenfreie Stahlkonstruktion

Wenn Auskragungen realisiert werden, müssen an den Fassaden-durchgängen Wärmebrücken minimiert werden. Dies gilt aufgrund der Materialeigenschaften insbesondere für den Stahlbau: Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit von Stahl wirken sich durchlaufende Stahlträger negativ auf die Bauphysik und damit besonders auf die Wärmedämmung des Gebäudes aus. Die Folgen sind die Gefahr von Schäden durch Tauwasser, Schimmelpilze oder Korrosion sowie erhöhte Heizkosten. Um Wärmebrücken an den auskragenden Stahlelementen zu minimieren, wurden diese mit thermisch trennenden Elementen an die Stahlkonstruktion der Fassade angebunden. „Die kalte Konstruktion, die sich außen befindet, muss thermisch getrennt werden von der innen liegenden Stahlkonstruktion. Die Wärmedurchgänge würden sich bis in die Innenverkleidungen mit den eingesetzten Prallwänden hinein erstrecken und zu Kondenswasser-Schäden führen“, erläutert Ebert.

Zur notwendigen Wärmebrücken-Minimierung an den Auskragungen kam der „Schöck Isokorb Typ KST“ zum Einsatz. Er sorgt für eine thermische Entkopplung der Stahlkonstruktion. Ebert sieht im Einsatz dieses Schöck Isokorb keine planerischen Einschränkungen, sondern einen konstruktiven Normalfall. „Eigentlich bin ich froh, dass derartige Trennelemente entwickelt wurden, denn eine durchgehende Stahlkonstruktion früherer Art würde letztendlich zu Bauschäden führen“, sagt er.

Ausgereiftes Energiekonzept


Für die Brauchwassererwärmung der Duschbereiche und der Sozialräume der Turnhalle wählte der Planer Solaranlagen auf dem Dach. Zusätzlich ist das Dach des Anbaus der Sozialbereiche mit Photovoltaik-Zellen belegt, die in das Netz einspeisen. Zur Erwärmung der Halle wurde eine Fußbodenheizung eingebaut, die an die Fernversorgung der benachbarten Schule angeschlossen ist. Überschüssiges Brauchwasser der Halle wird zurückgeschickt und in der Schule verwendet. Die wärmebrückenoptimierte Konstruktion sowie die Strom- und Wasserversorgung gewährleisten damit eine langlebige und energetisch hochwertige Sportanlage.

 

Bautafel

Bauherr: Stadt Langenau (Baden-Württemberg)
Architekturbüro: Architekten Graf + Völk, Langenau
Stahlbau: Biedenkapp Stahlbau, Wangen
Ausführung: April 2008 – Dezember 2008
Anschluss-Lösung: Schöck Bauteile GmbH, Baden-Baden

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