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GFK in Industrieböden: Material für störungsfreie Fahrt

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Einsatz von Schöck ComBAR in Industrieböden mit FTS

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) gewinnen durch die zunehmende Automatisierung der Produktionsprozesse immer mehr an Bedeutung. Die feine Elektronik der Systeme erfordert jedoch eine besondere Bewehrung der Fahrbahndecke: Stahl kann aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit und der magnetischen Kraftwirkung dabei häufig nicht als Bewehrungsmaterial eingesetzt werden. Die glasfaserverstärkte Kunststoffbewehrung „Schöck ComBAR“ überzeugt hier durch ihre guten physikalischen Eigenschaften. Sie leitet nicht und wirkt antimagnetisch. Zudem ist sie steif, bruchsicher und deutlich leichter als Betonstahl. Weitere Informationen zum Thema „Einsatz von GFK in Industrieböden“ sind beim Schöck ComBAR-Team in Baden-Baden erhältlich (Telefon: 07223 – 967 449, E-Mail: combar@schoeck.de) – oder im Internet unter www.schoeck.de.

Wirtschaftlichkeit, Ordnung, Transparenz im Materialabfluss – die Liste der Vorteile von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) ist lang. Sie nehmen im Zuge der Automatisierung von Produktionsprozessen einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Beim Bau von Industriehallen, in denen ferngesteuerte Transportwagen zum Einsatz kommen, sind jedoch die konstruktiven Erfordernisse des Systems zu beachten: So kann die feine Elektronik der Wagen durch Bewehrungsstahl beeinflusst werden. Magnetische und leitende Materialien dürfen häufig nicht verwandt werden, um die Funktionsweise der FTS nicht zu gefährden.

Diese Problematik stellte sich auch bei dem Umbau von Werkshallen der Getränkeindustrie in Moers: Hier sollen auf einer Fahrbahnplatte automatisch gesteuerte Kübel mit einem Fassungsvermögen von 1000 Liter bewegt werden. Die Kübel werden über Induktionsspulen gesteuert und mit Strom versorgt. Diese Spulen sind in einer Kerbe auf der Oberseite der Aufbetonplatte eingeklebt. Damit können die Fahrzeuge millimetergenau bewegt werden. Das automatisierte Transportsystem funktioniert jedoch nur, wenn sich im Bereich von 10 Zentimeter Tiefe und 40 Zentimeter Breite innerhalb der Fahrbahnplatte kein metallischer Gegenstand befindet. Für die hochbelastete Fahrbahnplatte musste also ein nichtleitendes und nicht magnetisches Bewehrungsmaterial gefunden werden. Eine Stahlbewehrung kam daher nicht in Frage. Ingenieur Carsten Servaes aus dem Architekturbüro Schroers entschied sich letztlich für die glasfaserverstärkte Kunststoffbewehrung „Schöck ComBAR“. Sie leitet elektrischen Strom nicht und ist antimagnetisch. Zudem überzeugt die Bewehrung auch mit ihren sonstigen guten physikalischen Eigenschaften: ComBAR ist steif, fest, bruchsicher und deutlich leichter als Betonstahl.

Bodenaufbau für maximale Flexibilität

Um einen flexiblen Umbau der Produktionsstraßen zu ermöglichen, wurde auf die tragende Bodenplatte eine Aufbeton- beziehungsweise Fahrbahnplatte aufbetoniert. Die tragende Bodenplatte ist konventionell mit Betonstahl bewehrt. Die Aufbetonplatte ist mit einer Folie von der Bodenplatte getrennt. Sie kann dadurch im Falle eines späteren Umbaus komplett entfernt und durch eine neue Fahrbahnplatte ersetzt werden. In der schwimmenden Aufbetonplatte wurde Schöck ComBAR als Rissbewehrung eingebaut, um einen reibungslosen Betrieb des fahrerlosen Transportsystems zu gewährleisten.

Die Bemessung

Die Bemessung der Rissbewehrung aus Schöck ComBAR-Stäben – mit einem Kerndurchmesser von acht Millimetern – wurde vom Ingenieurbüro CRP aus Berlin durchgeführt. Das Büro hatte bereits beim Bau des Forum Steglitz die glasfaserverstärkte Kunststoffbewehrung eingesetzt und konnte somit auf Erfahrungswerte aus diesem Bauvorhaben zurückgreifen. Die Bewehrungspläne selbst zeichneten Ingenieure aus dem Hause Schöck. Statiker, Planer, Bauunternehmer und Bauherr konnten damit bei der Bemessung von erfahrenen Partnern profitieren.

Weitere Informationen zum Thema „Einsatz von GFK in Industrieböden“ sind beim Schöck ComBAR-Team in Baden-Baden erhältlich (Telefon: 07223 – 967 449, E-Mail: combar@schoeck.de) – oder im Internet unter www.schoeck.de.

Baden-Baden, 24. Oktober 2008

 

Bautafel:

Bauherr: Niederrhein Gold Tersteegen KG, Moers
Architekt: Architekturbüro Schroers, Kerken-Nieukerk
Statiker: TEBARTZ Ingenieure, Geldern
Bauunternehmer: M. u. S. Bauunternehmung GmbH, Rheinberg RBK Industrieböden GmbH, Kürten
Hersteller des FTS: E&K AUTOMATION Eilers & Kirf GmbH, Rosengarten-Nenndorf
Bemessung Schöck ComBAR: CRP Ingenieurgemeinschaft Cziesielski, Ruhnau + Partner GmbH, Berlin
Bauzeit: April 2007 - August 2007
Bewehrungshersteller: Schöck Bauteile GmbH, Baden-Baden


Hintergrund:

Schöck ComBAR ist ein Bewehrungsstab aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der als Alternative zu Betonstahl oder Edelstahl eingesetzt wird. Das Material ist korrosionsbeständig, nicht elektrisch leitend, nicht magnetisch und resistent gegen chemischen Angriff. Damit eignet sich ComBAR als Sonderbewehrung für Spezialanwendungen im Brückenbau, Straßenbau, Hafenbau, bei Fassaden, Industrieböden oder Parkgaragen. Schöck hat bereits 2000 mit einer Eigenentwicklung begonnen. Das Ergebnis ist nun ein zulassungsfähiger Bewehrungsstab, an dessen Entwicklung maßgeblich das Institut für Baustoffe und Baukonstruktionen, München, das Institut für Werkstoffe und Mechanik im Bauwesen, Darmstadt, der Lehrstuhl für Kunststofftechnik, Erlangen, der Kooperationspartner für die Produktion und nicht zuletzt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt durch Förderung des Projektes seit 2002 beteiligt sind.

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