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KlimawandelWarum brauchen wir Passivhäuser?

Klimawandel regional und global

Dass es insgesamt auf der Erde heißer wird, wissen wir längst. „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig", stellte der Weltklimarat IPCC 2007 fest. Dies sei „aufgrund der Beobachtungen des Anstiegs der mittleren globalen Luft- und Meerestemperaturen, des ausgedehnten Abschmelzens von Schnee und Eis und des Anstiegs des mittleren globalen Meeresspiegels offensichtlich".1

In Deutschland ist eine Zunahme von Überschwemmungen zu beobachten. Der Meeresspiegel der Nordsee kann sich in diesem Jahrhundert an der niederländischen Küste um 13 Zentimeter erhöhen. Überschwemmungen sind also auch dort wahrscheinlich. Darüber hinaus steigt über der Nordsee die Gefahr der Sturmbildung. In Ostdeutschland werden die Sommer trockener. Im Norden und im Alpenvorland steigen die Temperaturen. Um dem entgegenzuwirken ist das weltweite Ziel CO2-Emissionen zu reduzieren.

Einfluss fossiler Brennstoffe

Die Verbrennung fossiler Brennstoffe führt zu Belastungen der Umwelt. So ist durchschnittlich jeder Deutsche für die Freisetzung von jährlich etwa 13 t des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre verantwortlich. Das Treibhausgas CO2 kann nicht durch Filter oder Katalysatoren entfernt werden. Einzig die Einsparung von fossilen Brennstoffen (Öl, Gas, Kohle) und deren effiziente Nutzung kann die CO2-Emissionen senken. Der Weltenergieverbrauch wird derzeit immerhin zu 88% mit fossilen Energieträgern gedeckt.2

Jede Minderung des Gesamtenergieverbrauchs ist ein Beitrag zum Umweltschutz, - abgesehen davon, dass bei gleichbleibendem Weltjahresverbrauch die Vorräte an fossilen Energieträgern in wenigen Jahrzehnten erschöpft sind und das gewaltige Wachstum der Erdbevölkerung die Problematik drastisch verschärft. Die reichen Industrienationen, die derzeit 80% der Energieressourcen der Erde für sich beanspruchen, müssen ihren Energieverbrauch stark reduzieren.Die reichen Industrienationen haben somit auch die Verpflichtung, Mittel und Wege aufzuzeigen, wie Energie effektiv eingesetzt werden kann. Deutschland kann insbesondere als „Innovations-und Exportlandstaat" hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen.

Klimapolitik

Auf internationaler Ebene hat das Kyoto- Protokoll weltweite Maßnahmen und Grenzwerte für die Bekämpfung der Erderwärmung festgelegt. Die Europäische Union setzt diese Vorgaben um und will sich darüber hinaus als Vorreiter und Vorbild in Sachen Klimaschutz etablieren. Mit der Strategie zum Klimawandel und den darin vorgesehenen Maßnahmen will die Union die Erwärmung der Erde auf 2°C begrenzen. Ehrgeiziges Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen der Union um 20 Prozent zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energiequellen auf 20 Prozent zu steigern. Dazu sind viele einzelne Gesetzgebungsakte in verschiedenen Bereichen auf den Weg gebracht worden, denn Klimaschutzpolitik kann nur als integrierte Querschnittsaufgabe erfolgreich sein.

1 Quelle: Plenum des Weltklimarates IPCC; Synthesebericht des Vierten Sachstandsbericht; Valencia, 2007
2/3 Quelle: Energiewende und Erneuerbare Energien - Der Weg zu einer Nachhaltigen Energiewirtschaft; bmu; 2006