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EnEV Wärmebrücken-Nachweis

Die Mindestanforderungen an die Wärmeverluste von Wärmebrücken sind in der Energieeinsparverordnung geregelt. Danach sind Wärmebrücken so zu dämmen, dass der Einfluss konstruktiver Wärmebrücken auf den Jahres-Heizwärmebedarf nach den Regeln der Technik und den im jeweiligen Einzelfall wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen so gering wie möglich gehalten wird. In der Energieeinsparverordnung werden drei Möglichkeiten zur Wärmebrückenbemessung angegeben:

Einfache Methode

Bei dieser Berechnung werden die Wärmebrücken am Gebäude nicht gedämmt oder nicht nachgewiesen, so muss auf den berechneten Gesamtwärmeverlust des Gebäudes ein Wärmebrückenzuschlag in Form einer Erhöhung des mittleren U-Wertes dazugerechnet werden. Für Außendämmung beträgt dieser ΔUWB = 0,1 W/(m2K). Bei Gebäuden mit Innendämmung gilt gar ein höherer Zuschlag von ΔUWB = 0,15 W/(m2K). Die Verwendung eines solch hohen Pauschalzuschlags ist energetisch und ökonomisch nicht empfehlenswert. Zudem muss auch bei diesen Wärmebrücken die Einhaltung der Anforderungen an den hygienischen Wärmeschutz nachgewiesen werden.

Vereinfachte Methode

Alternativ zur Einfachen Methode kann die Wärmebrückenberechnung auch nach Beiblatt 2 zur DIN 4108 erfolgen. Werden die Wärmebrücken nach den Ausführungsbeispielen des Beiblattes 2 zur DIN 4108 gedämmt, so beträgt der Wärmebrückenzuschlag nur noch ΔUWB  = 0,05 W/(m2K). Unter Einhalten des Beiblattes können somit geringere Wärmeverluste angenommen werden.

Seit Juni 2019 gilt das neue Beiblatt 2. Auf das sich die EnEV 2016 allerdings noch nicht bezieht, es somit noch keine bauaufsichtliche Anforderung darstellt. Privatrechtlich kann es natürlich bereits jetzt gefordert werden. Im Entwurf des GEG (Stand 08/2019) wird bereits auf das neue Beiblatt verwiesen. Somit ist zu erwarten das dieses mit Inkrafttreten des GEG bauaufsichtlich relevant wird.

Im Beiblatt 2 der DIN 4108:2019-06 wird nun die Wärmedämmqualität in zwei Klassen unterschieden. Die Kategorie A ist die „alte“ Klasse mit einem Wärmebrückenzuschlag von ∆UWB = 0,05 W/(m²K). Kategorie B wird eine neue „bessere“ Klasse werden mit ∆UWB = 0,03 W/(m²K). Dadurch kann der Planer auch bei energetisch hochwertigen Gebäuden auf eine pauschale Berücksichtigung zurückgreifen.

Zur Anwendung dieser Methode müssen die Wärmebrücken den Ausführungsbeispielen des Beiblattes entsprechen. Weicht die Konstruktion von dem vorgegebenen Ausführungsbeispiel ab, ist ein entsprechender Nachweis der Gleichwertigkeit zu führen. D.h. beim Gleichwertigkeitsnachweis ist das Projektdetail für die objektbezogene Konstruktion in einer detaillierten Wärmebrückenberechnung nachzurechnen. Für die Wärmebrücke Balkon bzw. Laubengang beispielsweise ist die Verwendung eines tragenden Wärmedämmelementes vorgegeben.

Die genauen Anforderungen an Balkone und Attiken sowie das Vorgehend bei der Nachweisführung nach dem neuen Beiblatt 2 des DIN 4108 wird in der Technischen Information Bauphysik auf Seite 15 erläutert.

Detaillierte Methode

Dritte Methode ist der genaue Nachweis der Wärmebrücken. Hierbei werden nur die tatsächlichen Wärmeverluste berücksichtigt. Durch die detaillierte Betrachtung der Wärmebrücken ist ihre Ausführung besonders wichtig. Bei dieser Methode werden energetisch effiziente Lösungen belohnt und das Risiko für Bauschäden reduziert.

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Abbildung 13: Nachweisstufen von Wärmebrücken gemäß EnEV

Weiterführende Informationen zum Wärmebrücken-Nachweis unter Transmissionswärmeverluste.