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EnergieverbrauchPerspektive des Passivhausstandards

Energieverbrauch in Deutschland

Der Energieverbrauch in Deutschland lässt sich in 4 Nutzungs-Sektoren aufteilen: Haushalt, Industrie, Verkehr und Gewerbe. Wie die Abb. 1 zeigt, wird in Deutschland in privaten Haushalten 30 % der Energie benötigt. Betrachtet man nur die privaten Haushalte, so werden dort etwa ¾ der benötigten Energie zur Raumheizung verwendet. Daraus wird deutlich das der Energiebedarf zur Beheizung von Gebäuden einen beträchtlichen Teil des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht. Damit lässt sich auch die Bedeutung des baulichen Wärmeschutzes begründen. Vergegenwärtigt man sich nun wie viele Bestandsgebäude 30 Jahre und älter sind und das diese unsaniert zumeist eine äußerst mangelhafte Wärmedämmeigenschaft aufweisen, wird klar wieviel Verbesserungspotential hierin steckt. So ist zum einen die Sanierung von Bestandsgebäuden eine große Aufgabe zur Reduzierung des gesamten Energiebedarfs. Aber auch die Anforderungen an die Wärmedämmqualität von Gebäuden die heute und in Zukunft gebaut werden, wird langfristig bestimmen wie hoch der Energieverbrauch zur Beheizung von Gebäuden in Deutschland sein wird.

Durch flächendeckende, hochwertige Sanierungsmaßnahmen und einen hohen Standard für Neubauten kann der Energiebedarf und damit auch der CO2-Ausstoß erheblich reduziert werden. Dieses Ziel versucht die deutsche Gesetzgebung mit steigenden Anforderungen im Wohnungsbau zu erreichen.

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Europäische Anforderungen

Für den Gebäudebereich zur Erreichung der Ziele des Kyoto-Protokolls ist auf EU-Ebene im Jahr 2002 die EU-Gebäuderichtlinie (Richtlinie 2002/91/EG über die "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden") erlassen worden.
Die Richtlinie soll dazu beitragen, den Energiebedarf der Mitgliedsländer und den Umfang ihrer CO2-Emissionen zu senken sowie ihre Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren.
Die Umsetzung auf nationaler Ebene erfolgte u. a. mit der Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese gilt auch für den Baubestand, da hier die größten Energieeinsparpotenziale liegen. Im Frühsommer 2010 hat das Europäische Parlament eine neue Richtlinie zur Energieeffizienz von Häusern verabschiedet.

Die Richtlinie enthält folgende Punkte für Neubauten:

  • Alle Neubauten in der EU sollen ab 2021 nahezu auf dem Niveau von „Nearly Zero Energy Buildings" gebaut werden
  • Neubauten der öffentlichen Hand müssen diese Anforderung bereits zwei Jahre früher (also ab 2019) erfüllen
  • Geplantes Zwischenziel 2015: Darlegung der Mitgliedsstaaten, wie sie die gesetzten Vorgaben erreichen wollen

Erweiterung oder umfassende Sanierung von Gebäuden:

  • Der neu geschaffene Gebäudeteil muss den Mindestanforderungen an Neubauten erfüllen
  • Neu eingebaute Fenster müssen ein Energiesparfenster sein
  • Neue Dächer müssen gemäß Neubaustandard gedämmt sein
  • Neue Heizkessel müssen den Vorgaben der geltenden EnEV entsprechen

Bedeutung Passivhausstandard in der EU für Gebäude

Da die sogenannten heutigen bereits weit verbreiteten „Passivhäuser" im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden bei nahezu gleichen Herstellungskosten wesentlich weniger Heizenergie benötigen wird die Passivhausbauweise wahrscheinlich die Grundlage für die in der EU-Gebäuderichtlinie geforderten „Nearly Zero Energy Buildings" (Low Carbon Buildings) werden.