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FAQs Schöck Combar®

Zulassungen und Zertifikate

Die Verwendung von Schöck Combar® ist nicht über eine Norm geregelt. Insofern bietet die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) Planungssicherheit.

DIBt, Deutschland allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung (Zul.-Nr.: Z-1.6-238) Bewehrungsstab Schöck Combar®

Weitere Zulassungen und Zertifikate für andere Länder unter www.schoeck.com

Planung / Bemessung

Nach welcher Norm kann Schöck Combar® bemessen werden?

Schöck Combar® kann nach EC2 und ACI bemessen werden. Da im EC2 keine Glasfaserbewehrung behandelt wird, sind einige abweichende Regelungen zu beachten, die in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung für Combar® dargelegt sind.

Ich bemesse normalerweise nach EC, die Glasfaserbewehrung aber nach ACI weil es keine passende Europäische Norm gibt. Ist das so möglich?

Für Schöck Combar® gilt die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) (Zul.-Nr.: Z-1.6-238) des DIBt. Die Bestimmungen für Entwurf und Bemessung und die Konstruktionsregeln dieser AbZ folgen dem EC2. Einige, vom EC2 abweichende Regelungen, die die besonderen Materialeigenschaften von Schöck Combar® berücksichtigen sind in der AbZ dargelegt. Das Bemessungskonzept für Schöck Combar®, das sich am EC2 / fib orientiert, ist gegenüber dem ACI das neuere und modernere Regelwerk und behandelt auch das Thema Dauerhaftigkeit, welches im ACI kaum Beachtung findet. 

Weiterhin erlaubt die Bemessung nach EC2 in Zusammenhang mit nachgewiesenen Materialkennwerten eine höhere Ausnutzung der Materialeigenschaften von Combar®, was zu einem geringeren Materialbedarf führt.

Bitte beachten Sie, dass die Verwendung von zwei verschiedenen Normen innerhalb eines Bauwerks nicht zulässig ist, indem z.B. die Wände und Decke eines Gebäudes nach EC2 bemessen werden, die Bodenplatte jedoch nach ACI.

Ich habe eine Bemessung für Stahl erstellt. Wieviel Glasfaser entspricht das?

Der wesentliche Unterschied zwischen Schöck Combar® und Betonstahl besteht in dem deutlich geringeren E-Modul von Schöck Combar®, wogegen die Dauerzugfestigkeit von Schöck Combar® und Betonstahl in etwa gleich groß sind (Combar® 445 N/mm², Betonstahl 435 N/mm²).

Daher ergeben sich folgende Unterschiede:

Bauteile, bei denen die Traglast entscheidend ist:
in etwa gleicher Querschnitt wie bei Betonstahl

Bauteile, bei denen die Rissbreite entscheidend ist:
bei gleichen Randbedingungen in etwa der 2-fache Bewehrungsquerschnitt für Schöck Combar® erforderlich

Bauteile, bei denen die Durchbiegung entscheidend ist:
bei gleichen Randbedingungen in etwa der 3-fache Bewehrungsquerschnitt für Schöck Combar® erforderlich

Der exakte Bewehrungsgehalt wird jedoch über eine genaue Bemessung ermittelt. 

Worin liegen die Unterschiede in der Bemessung von Schöck Combar® im Vergleich zu Betonstahl?

Die wesentlichen Unterschiede in der Bemessung von Schöck Combar® im Vergleich zu Betonstahl liegen

  • Im geringeren E-Modul (60 000 N/mm²)
  • In der Struktur des Materials (unidirektionale Faserorientierung) somit
    • In der Bemessung der Querkraft
    • In der Beschränkung der Durchbiegung
    • In der Rissbreitenbeschränkung

Hilfsmittel für die Bemessung

zu

  • Entwurf und Konstruktion
  • Statischer Berechnung
  • Zeichnerischer Darstellung
  • Ausführung

finden Sie in unserem Download-Bereich

Einbau

Ausführliche Informationen zum Umgang mit und zur Verarbeitung von Schöck Combar® finden Sie in unseren Handhabungs- und Sicherheitshinweisen.

Insbesondere ist darauf zu achten, Schöck Combar®-Stäbe nicht mit scharfkantigen Gegenständen in Berührung zu bringen.

Mit welchem Aufwand muss für die Verlegung von Schöck Combar® gerechnet werden?

Der Aufwand ist ähnlich wie der bei der Verarbeitung von Betonstahl-Stäben.

  • Ablängen von Stäben mit einer Eisensäge oder einem Trennschleifer bzw. Flex
    (Keinen Bolzenschneider verwenden, da die Stäbe sonst auffasern)
  • Übliche Abstandshalter zu Einhaltung der Betondeckung (ggf. geringer als bei Betonstahl)

Hinweis:
Verlegepreise werden oft auf kg bezogen angeboten.
Achtung! 1kg Schöck Combar® ergibt 3mal so viel Laufmeter im Vergleich zu Betonstahl.

Wie kann man Schöck ComBAR® Stäbe miteinander verbinden?

  • Durch die gängige Verbindung mittels Rödeldraht
  • Mit Kabelbindern (nicht metallische Verbindung)
  • Mittels spezieller Klipps für die Verbindung von Stäben gleicher Durchmesser (Ø8 und Ø12) untereinander
  • Für die Verbindung von Schöck Combar® mit Betonstahlstäben mit Ø größer als 32 mm sind von Schöck entwickelte Seilklemmen erhältlich.

Kann Schöck Combar® in Baustoffe (Holz, Beton, ...) eingeklebt werden?

Kleber aller Art (sowohl lösungsmittelhaltige und –freie als auch ein- und mehrkomponentige) greifen das Material nicht an!
Insoweit sind grundsätzlich alle einschlägigen Kleber geeignet, allerdings ist die Tragfähigkeit der Klebeverbindungen zuvor im Einzelfall vom Fachmann zu ermitteln.

Gibt es eine Mutter für das Außengewinde der Schöck Combar® Stäbe?

Nein.
Die Rippung des Stabes ist für den Verbund in Beton optimiert.

Einbau im Spezialtiefbau

Bei Fragen zum Einbau im Spezialtiefbau (z.B. Tunnel) wenden Sie sich bitte direkt an die Kollegen der Anwendungstechnik Schöck Combar® (07223/967-449).

Materialkosten

Was kostet Schöck Combar®?

Die Materialkosten werden bestimmt durch Art und Menge des Materials.
Die Grundlage hierfür sind die Angaben des Tragwerkplaners.

Wie ist das Preisverhältnis Schöck Combar® zu Betonstahl?

Preis / Kg
Schöck Combar® : BSt
15-20 : 1

aber ! Gewicht
Schöck Combar® : BSt
1 : 3

=> Preis
Schöck Combar® : BSt
5-7 : 1

Allerdings zeigt erst die detaillierte Bemessung, ob weniger, gleichviel oder mehr Schöck Combar® als BSt benötigt wird.

Wie viel teurer ist eine mit Schöck Combar® bewehrte Bodenplatte im Vergleich zu einer mit Betonstahl bewehrten?

Es ist mit Mehrkosten von mindestens 50 – 100 €/m² zu rechnen.

Woher ist Schöck Combar® zu beziehen (über den Handel oder direkt)?

Das Geschäftsfeld Schöck Combar® Glasfaserbewehrung wird bei Schöck als separates Geschäft geführt und ist stark projektbezogen. Schöck Combar® Lieferungen werden daher in der Regel als Direktgeschäft ohne einen dazwischen geschalteten Händler abgewickelt.

Kosten für die (Planungs-) Leistungen zur Bemessung der Glasfaserbewehrung Schöck Combar®

Was kostet eine statische Berechnung mit Schöck Combar®?

Die Bemessung von Schöck Combar® muss in jedem Fall von einem Tragwerksplaner / Statiker erstellt werden. Die Kosten hierfür erfragen Sie bitte bei Ihrem Architekten bzw. Statiker.

Zum kostenfreien Service von Schöck gehört:

  • Die technische Beratung zum Produkt und zur Bemessung:
    • Wir sind beratend behilflich bei der Umbemessung von Betonstahl in Schöck Combar®
    • Bei der Bemessung direkt in Schöck Combar®
    • Bei Bedarf kann auch Schöck statische Berechnungen für Sie erstellen. Anfragen bei unserer Anwendungstechnik Schöck Combar® (07223/967-449)
  • Hilfsmittel für die Bemessung finden Sie hier

Material

Aus was besteht Schöck Combar®?

  • E-CR-Glasfasern (75% Volumen- , 88% Gewichtsanteil)
    Glasfaser mit besonders hoher Korrosionsbeständigkeit
  • Vinyl-Ester-Harz (25% Volumen-, 12% Gewichtsanteil)
    Kunstharz, in ausgehärtetem Zustand duroplastisch, von hoher Festigkeit und chemischer Beständigkeit

Schöck Combar® ist ausgelegt und zugelassen für eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren und dies sogar in warmem und feuchtem Beton (alkalisches Milieu).

Schöck Combar® ist beständig insbesondere gegen:

  • Chloride, Fluoride
  • Salzlösungen (Tausalz, Meersalz, Düngemittel...)
  • Alkohole, Aldehyde, Öle, Treibstoffe, sowie die meisten Säuren und Laugen und organischen Lösemittel

Was kann man über den Energieaufwand für die Herstellung von Schöck Combar® und von Betonstahl erwähnen?

  • Glasfaser Herstellung:
    Schmelzen bei 1200°C – 1600°C
  • Stahlherstellung:
    Energieaufwendige chemische Reaktion, bei der CO2 entsteht
    Temperatur > 2600° C

Ist Glasfaserstaub gefährlich?

Wie bei allen Arbeiten, bei denen Staubpartikel anfallen (z.B. Bearbeiten von Holz und Metall) sollten grundsätzlich geeignete Schutzmaßnahmen (Staubmaske, Schutzbrille) eingesetzt werden.

Inhalierbarer Schwebstaub umfasst Partikel < 10 μm
Lungengängiger Feinstaub umfasst Partikel < 2.5 μm. Diese können bis in die Lungenbläschen eindringen.
[Ulrike Koller, GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, ÖA-FLUGS Wissenschaftl. Beratung: Prof.Dr.Dr.H.-E.Wichmann, Direktor des GSF-Instituts für Epidemiologie]

Die für Schöck Combar® eingesetzten Endlos-Glasfasern besitzen Durchmesser im Bereich zwischen 20 und 30 μm. Damit sind sie nicht lungengängig und die Gefahr von chronischen Auswirkungen auf die Lunge ist sehr gering. Eine mögliche Reizung, welche durch diese Fasern verursacht wird, ist eine einfache mechanische, welche durch gute hygienische Maßnahmen wie die Vermeidung von Staub und geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen minimiert werden kann.
[APFE, European Glass Fibre Producers Association Continuous Filament Glass Fibre and Human Health July 2003]

Ist das Harz gesundheitsschädlich?

Schöck Combar® Stäbe enthalten vollständig ausgehärtetes Harz, es findet keine chemische Reaktion mehr statt. Daher wird das Material auch von den meisten Säuren, Basen, Lösemitteln und Mikroorganismen nicht angegriffen.
Schöck Combar® kann über den Hausmüll entsorgt werden.
[Chemisches Labor Dr. Vogt, Karlsruhe: "Untersuchung von Glasfaser verstärkten Bewehrungsstäben Schöck ComBAR®", 2005 (LAGA) finden Sie in unserem Download-Bereich]

Wie verhält sich Schöck Combar® im Brandfall?

Schöck Combar® ist von Beton umgeben. Erhöhte Temperaturen erreichen Schöck Combar® daher mit Verzögerung.
Je nach Betondeckung / Brandschutzbeplankung und Brandeinwirkung verliert das Betonbauteil nach circa 30 bis 90 Minuten seine Tragfähigkeit.

Zu Einsatzgrenzen der Tragfähigkeit im Brandfall siehe "Technische Information Schöck Combar®".

Schöck Combar® Stäbe sind schwer entflammbar. Die Flammen erlöschen nach Verbrennen des oberflächennahen Harzes.
Der Heizwert von Schöck Combar® ist sehr gering und liegt bei 0,93 kWh/kg (Messung IBMB Braunschweig)
Heizöl liegt zum Vergleich bei etwa 9,5kWh/kg, die meisten Kunststoffe im Bereich 6-12kWh/kg.

Ist Schöck Combar® zu umweltrelevanten Aspekten untersucht worden?

Schöck Combar® wurde 2011 vom IBR auf Radioaktivität, Biozide, PBC, Pyrethroide, Phtalate, VOC (Lösemittel und Riechstoffe), Schwermetalle und Feinstäube untersucht und erhielt daraufhin das Prüfsiegel "Geprüft und empfohlen" des IBR.
Das Prüfsiegel "Geprüft und empfohlen" des Instituts für Baubiologie Rosenheim GmbH, IBR wird Produkten zugesprochen, die baubiologisch unbedenkliches Wohnen und zugleich den Schutz der Umwelt sicherstellen.
[Institut für Baubiologie Rosenheim GmbH: Gutachten Nr. 3011-451, 2011]

Schöck Combar® wurde nach LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) untersucht. Die sogenannten Einbauklassen regeln die Möglichkeiten zur weiteren Verwendung des Materials (von uneingeschränktem Einbau Z0 bis Z5, Sonderabfalldeponie).
Die Analyseergebnisse von Schöck Combar® liegen im Bereich des Zuordnungswertes Z0. Das bedeutet, dass Schöck Combar® uneingeschränkt eingebaut werden darf.
[Chemisches Labor Dr. Vogt, Karlsruhe: "Untersuchung von Glasfaser verstärkten Bewehrungsstäben Schöck ComBAR®, 2005" finden Sie in unserem Download-Bereich]

Baubiologie

Was sind aus baubiologischer Sicht die Vorteile von Combar® gegenüber Betonstahlbewehrung?

Schöck Combar® ist nicht elektrisch leitfähig. Daher entsteht:

kein unerwünschter Stromfluss in Betonbauteilen
kein Ankoppeln und Verschleppen elektromagnetischer Felder über die Bewehrung
Schöck Combar® ist nicht magnetisierbar. Die magnetische Permeabilitätszahl beträgt 1,001 (vergl. Luft, Vakuum =1,000, Betonstahl je nach Zustand >>100). Daher entsteht:

keine Veränderung des natürlichen Erdmagnetfelds
[Luber, B., Dr. Moldan, D.: „Glasfaserbewehrung von Betonbauteilen für ein ungestörtes Erdmagnetfeld in Wohngebäuden", 2013, Tagungsband der 7. EMV-Tagung des Berufsverbandes Deutscher Baubiologen VDB e.V. finden Sie hier]

Ist Schöck Combar® elektrisch leitend?

Nein
Schöck Combar® ist ein Isolator.

Ist Schöck Combar® magnetisch oder magnetisierbar?

Nein

Schirmt Schöck Combar® Elektrosmog ab?

Nein, es können keine Wechselwirkungen mit elektromagnetischen Feldern auftreten.

Welche Bauteile können mit Schöck Combar® bewehrt werden?

Je nach Statik können prinzipiell die meisten Betonbauteile mit Schöck Combar® bewehrt werden.

  • Fundamente
  • Bodenplatten
  • Geschossdecken
  • Wände
  • Unterzüge
  • Stürze
  • Ringanker
    ...

Wo und in welchen Bauteilen ist der Einsatz von Schöck Combar® sinnvoll?

Generell wird von Baubiologen empfohlen, an Daueraufenthaltsorten, z.B. dem Schlafplatz, Stahl in der unmittelbaren Umgebung (bis zu 1,50 m Abstand) zu meiden.

Kann Schöck Combar® mit Stahl kombiniert werden?

Ja
Es können Teilbereiche einer Decke mit Schöck Combar® und der Rest mit Betonstahl bewehrt werden.
So ist es denkbar, beispielsweise lediglich die Decke eines Schlafzimmers mit Schöck Combar® zu bewehren.